Kurt Eisner

21. Februar 2015 um 11 h an der Stelle, an der Kurt Eisner ermordet wurde: Kranz-Niederlegung


in der Straße, benannt nach dem Antisemiten Kardinal Faulhaber, legen wir 96 Jahre nach der Ermordung des 1. frei gewählten bayrischen Ministerpräsidenten Kränze nieder. Er hatte die Republik, den Freistaat Bayern ausgerufen, nach Jahrhunderten ausbeuterischer Monarchie.

Adel und Beamte, Militär und Polizei, Anwälte und Richter hatten mit dem Segen der Kirchen die Bevölkerung still gehalten, angeblich hatten nur die Bierpreise zu Unruhen geführt. Die Ideen des freien Bürgertums waren aber schon länger unterwegs: Nicht nur Wilddieb gegen den Hunger der Kinder zu sein, bei voller Arbeit zu darben, nicht den prassenden Reichen dienen zu müssen: Der Krieg gegen die Franzosen war schnell als Unrecht der Reichen erkannt, die sozialistischen Ideen gingen um: Verfolgt, bespitzelt, verboten.

Ein Adeliger, sich seiner halb-jüdischen Herkunft in seiner reaktionären Thule-Gesellschaft besonders beweisen zu müssen, erschießt den Ministerpräsidenten auf dem Weg zum Landtag (damals da, wo heute SIEMENS am WITTELSBACHER PLATZ residiert). Dort wollte dieser seine Rücktritt erklären: Seine Idee der Räte-Republik war gegen den (noch monarchisch geprägten und von der reichen Klasse & Presse dominierten) Parlamentarismus in der Minderheit geblieben.

Die Idee der Räte von Arbeitern, Bauern und Soldaten, die damals organisierten Gruppen, wird uns bis heute nicht vermittelt.

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Verein für demokratische Kultur im Freistaat e.V.

„Kurt Eisner - ein Bild für den Landtag“
eine politische Kunstaktion

Der Verein „Das andere Bayern“ wird erneut mit einer Kunstaktion an Kurt Eisner, den Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern erinnern.
(1986, 1988 und 2009 führten wir Erinnerungsaktionen durch)

Am 21. Februar 1919 wurde Kurt Eisner in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße/Nähe Promenadeplatz von einem rechtsextremistischen Attentäter ermordet.

Wir werden am Tatort und zur Tatzeit, am Freitag, den 21. Februar 2014 um 11.00 Uhr, einen Kranz niederlegen und des ermordeten Ministerpräsidenten, Demokraten, Sozialisten und Pazifisten Kurt Eisner gedenken, der sich insbesondere für Völkerverständigung, Bildung und den Dialog von Politik und Kunst einsetzte.

Ein Porträtbild von ihm werden wir anschließend in den Landtag des Freistaats Bayern tragen. Dort hängen zwar einige Bilder aber bis heute kein Porträt des Begründers des Freistaats. Scheinbar ist man bis heute nicht stolz auf die unblutige Revolution in Bayern, die am 7. November 1918 (zwei Tage vor Berlin) stattfand, die Adelsdiktatur beendete und das Volk zum Souverän erklärte.

Wir haben der Landtagspräsidentin angekündigt, dass wir ein Porträt Eisners in den Landtag bringen und hoffen sehr, dass es dort einen würdigen Platz findet, dass die Geschichte der bayerischen Revolution nach dem 1. Weltkrieg, das Ende der militaristischen Monarchie, die Gründung des Freistaats und der Beginn der demokratischen Entwicklung in diesem Land in den Köpfen aller Politiker endlich ankommen.

Fritz Letsch Wolfram P. Kastner
Vorsitzender Für weitere Auskünfte: 089 – 157 32 19